Filmprojekt: Evolution der Böden auf den Galapagos-Inseln


Charles Darwin entwickelte inspiriert durch seine Beobachtungen auf der Inselgruppe seine Evolutionstheorie. Flora und Fauna sind weltweit einzigartig und streng geschützt. Doch dieses Naturjuwel ist auch aus anderen Gesichtspunkten hochinteressant. Die Galapagos‐Inseln liegen auf einem vulkanischen Hotspot und auch heute entsteht durch Lavaaustritte der Grundstock für neue Inseln. Das Besondere daran: durch die Kontinentaldrift entfernen sich die einzelnen Inseln über die Jahrtausende immer weiter von ihrem Entstehungsort. Wie eine Perlenkette, dem Alter nach aufgereiht, liegen die Inseln im Pazifik.

Dadurch ergibt sich für die Wissenschaft die spannende Möglichkeit, die Böden der Inseln in ihrer Genese über die Jahrtausende zu untersuchen. Die jüngsten Landoberflächen weisen ein Alter von wenigen Jahren bis Jahrzehnten auf und sind noch kaum mit Böden bedeckt, während die ältesten Inseln über 2 Millionen Jahre Zeit hatten, um die vulkanischen Gesteine in fruchtbare Böden zu verwandeln.

Die Inseln liegen außerdem im Einflussbereichs des Humboldtstroms und der Südostpassate. Auf den höheren Inseln entsteht dadurch eine ausgeprägte Klimazonierung, die von ariden Gebieten mit den typischen Kakteenwäldern an der Küste bis hin zu moosbehangenen Nebelwäldern im Hochland reicht. Die unterschiedlichen Feuchtebedingungen bewirken die Entstehung unterschiedlichster Böden auf engstem Raum.

Ein Team von WissenschaftlerInnen der Universität für Bodenkultur Wien erforscht in Kooperation mit dem Galapagos‐Nationalpark die Böden des Inselarchipels. Die Ergebnisse sind auch deshalb so spannend, weil sich an den Böden künftige Entwicklungen, bei geänderten klimatischen Bedingungen voraussagen lassen. Aktuelle Probleme, wie der Einsatz von Glyphosat durch die Nationalparkverwaltung zur Bekämpfung von eingewanderten Pflanzen und die Auswirkung auf Böden und Wasserqualität, werden erstmals untersucht.

Der Film "Evolution der Böden auf den Galapagos-Inseln" folgt den ForscherInnen und Studierenden bei ihrer täglichen Arbeit. Die Kamera ist Teil des Teams und fängt die Atmosphäre und das Arbeitsumfeld ein. Hauptschauplatz sind die vier bewohnten Inseln Santa Cruz, San Cristóbal, Isabela und Floreana. Gemeinsam mit den Studierenden und WissenschaftlerInnen wird der Film entwickelt, gedreht und geschnitten. Die Filmpremiere ist für Juni 2019 geplant.

Bodenbildung & Bodenressourcen - die Forschungsthemen

1. Alterssequenz (wenige 100 Jahre bis >2.000.000 Jahre)
Untersuchung von Prozessraten, z.B. Verwitterung, Mineralneubildungen, Aufbau und Stabilisierung von organischer Bodensubstanz

2. Bodenbildung auf unterschiedlichen Gesteinen
chemische Zusammensetzung, Textur / Porosität

3. Bodenbildung entlang von Klimagradienten (arid bis humid)
Verwitterung, Mineralneubildung, Aufbau u. Stabilisierung von organischer Bodensubstanz, Bodenmikrobiologie, etc.

4. Effekte landwirtschaftlicher Nutzung
organische Bodensubstanz, Bodenmikrobiologie, Kontamination

5. Bekämpfung invasiver Pflanzen
organische Bodensubstanz, Bodenmikrobiologie, Kontamination

6. Bewässerung - 130 Mikroreservoire auf den 4 bewohnten Inseln
Wasserqualität, Bodenwasserhaushalt, Verschlämmungsneigung

Film-Projektteam:

Martin Gerzabek, Franz Zehetner, Sebastian Postl, Katharina Maria Keiblinger,
I Nyoman Candra, Pei-Hao Chen, Maria Rechberger, Greta Schmidt, Claudia Puck,
Sebastian Ioan Socianu, Tamara Courtney Dinter, Matthias Strahlhofer

Das BOKUdoku Galapagos-Filmprojekt wird unterstützt von: