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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-10-01 - 2021-09-30

Das Projekt „Anpassung autochthoner und kulturell wertvoller Schwarzkiefernwälder an zukünftige Klimabedingungen unter spezieller Berücksichtigung forstpathologischer Probleme und inner-artlicher genetischer Variation (ASKFORGEN)“ ist ausführlich im LE-Förderungsantrag des BFW an das BMNT beschrieben und verfolgt das Ziel, wertvolle Waldökosysteme, welche maßgeblich durch die Baumart Schwarzkiefer (Pinus nigra) geprägt sind, langfristig gegen klimatisch-bedingte Epidemien des Kieferntriebsterbens (Diplodia sapinea) anzupassen. Dabei soll die bereits bestehende innerartliche natürliche Variation der Anfälligkeit von Pinus nigra gegenüber Diplodia sapinea getestet und nutzbar gemacht werden. Die im Rahmen des Projekts durch das Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz der BOKU angebotenen Teilleistungen umfassen die folgenden Aufgaben: • Durchführung von Laboruntersuchungen in Hinblick auf die Auswahl und Phänotypisierung von resistenten Mutterbäumen (Arbeitspaket 1) • Anleitung und Betreuung der Untersuchungen zur Evaluierung der Resistenz der Klone bzw. Rameten aus dem Klonarchiv (Arbeitspaket 2). • Entwicklung und Etablierung eines Saatgutuntersuchungsprotokolls (Arbeitspaket 3). • Mitwirkung bei der Revision von derzeit zugelassenen Saatguterntebeständen der Schwarzkiefer in Österreich (Berücksichtigung der genetischen Resistenz gegenüber Diplodia sapinea) (Arbeitspaket 4). • Dokumentation der oben beschriebenen Aufgaben in Form von Protokollen und Berichten, die Durchführung von mit den Arbeiten im Zusammenhang stehenden Auswertungen, sowie die Übergabe der Protokollierungen, Berichte und Auswertungen in elektronischer Form an das BFW
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-10-01 - 2021-09-30

Das Eschentriebsterben – hervorgerufen durch den aus Ostasien eingeschleppten Pilz Hymenoscyphus fraxineus (Eschen-Stengelbecherchen) – hat sich seit mehreren Jahren über ganz Österreich ausgebreitet. Neben der hochanfälligen und europaweit schwer geschädigten Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) ist die in Österreich vor allem in den Marchauen vorkommende Schmalblättrige Esche oder Quirl-Esche (F. angustifolia) ebenfalls hochanfällig. Wie bei F. excelsior werden auch bei F. angustifolia immer wieder einzelne Bäume in Jung- und Altbeständen beobachtet, die nur geringe Schadsymptome aufweisen und möglicherweise eine hohe, genetisch vererbbare Resistenz gegenüber dem Triebsterben besitzen. Um das autochthone, durch das Eschentriebsterben gefährdete Vorkommen von F. angustifolia im Bereich der Marchauen zu erhalten, wird angestrebt, gering bis nicht geschädigte Eschen über alle Altersklassen im natürlichen Verbreitungsgebiet auszuwählen und eine Klon- und Nachkommenschaftsprüfung, zur Beurteilung des Resistenzniveaus der ausgewählten Bäume, anzulegen. Dafür ist geplant, Pflanzen auf den bestehenden Aufforstungsflächen der letzten 10-15 Jahre hinsichtlich der Triebsterbensintensität anzusprechen, gering oder überhaupt nicht geschädigte Pflanzen auszuwählen und diese vegetativ durch Pfropfung und später durch Stecklinge zu vermehren. In den übrigen Altersklassen wird versucht, Saatgut von gering oder nicht geschädigten Eschen zu beernten und anzuziehen. Mit dem so gewonnen Pflanzmaterial sollen zwei Versuchsflächen angelegt werden, auf denen das Ausmaß der Resistenz der verschiedenen Genotypen untersucht werden kann und die gleichzeitig als Erhaltungsanlagen für die Quirl-Esche dienen können. Damit soll langfristig die Grundlage für die Anlage von Samenplantagen mit resistenten Exemplaren dieser Eschenart geschaffen werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-07-01 - 2022-06-30

Europäische Fichtenwälder, insbesondere im alpinen Raum, erfüllen unverzichtbare Aufgaben für die Gesellschaft, wie Bodenschutz, Trinkwasserschutz und Schutz vor Naturgefahren. In den letzten Jahrzehnten waren Sturmwurf, aber auch extreme Wetterbedingungen wie Hitze und Trockenheit immer wieder Auslöser von Borkenkäfer-Massenvermehrungen. Um großflächige Waldschäden in Zukunft besser vorhersagen zu können ist es notwendig zu verstehen, wie Trockenstress der Wirtsbaumart Fichte ihre Befalls-Gefährdung durch Buchdrucker (Ips typographus) beeinflusst. Das Projekt setzt sich zum Ziel, die Auswirkungen des Wasserentzugs auf die Baumphysiologie, die Attraktivität für Borkenkäfer und die Abwehrbereitschaft der Bäume aufzuklären. Dazu werden in einem Mittelgebirgs-Fichtenbestand, bodennahe Dächer errichtet, die verhindern, dass Niederschlagswasser zum Waldboden gelangt. Bei Trockenstress versuchen Fichten, übermäßigen Wasserverlust zu verhindern indem sie ihre Spaltöffnungen schließen, damit wird aber auch die Photosynthese-Aktivität eingeschränkt. Bei anhaltender Frühjahrs- und Sommertrockenheit stehen deshalb weniger Assimilate für Wachstum und Abwehr von Schadorganismen zur Verfügung. Geschwächte Bäume weisen geringeren Harzfluss und eingeschränkte Abwehr von pathogenen Pilzen auf. Borkenkäfer werden von flüchtigen Substanzen, die von der Baumrinde abgegeben wird, angelockt, andererseits können Rindeninhaltsstoffe abweisend oder sogar toxisch auf Schadorganismen wirken. Trockenstress kann zu einer veränderten Zusammensetzung und Konzentration dieser Inhaltsstoffe führen und damit Bäume anfälliger für Borkenkäferbefall machen. Das Experiment umfasst 12 abgedeckte Fichten und 12 Kontrollbäume die nicht künstlich trockengestresst werden. Klimatische und baumphysiologische Daten, wie beispielsweise Temperatur und Niederschlag bzw. Zweigwasserpotentiale, werden laufend gemessen. Um die Konzentration und Zusammensetzung von Rindeninhaltsstoffen und flüchtigen Substanzen zu ermitteln, werden wiederholt Rinden- und Luftproben genommen. Die Baum-Abwehrbereitschaft wird auf Basis von Harzfluss-Messungen und der Reaktion auf die Infektion mit Bläuepilzen eingeschätzt. Um zu beobachten, ob sich Borkenkäfer an den Versuchsbäumen einbohren wollen, kommen „Befallsboxen“ zum Einsatz, die eine kontrollierte Konfrontation von Fichte und Borkenkäfern ermöglichen. Unter Laborbedingungen wird außerdem die Reaktion von Borkenkäfern auf unterschiedliche Duft-Bouquets von Fichten überprüft und mit Freilandergebnissen verglichen. Innovation: Der Buchdrucker ist zwar eine gut untersuchte Borkenkäferart, verlässliche Vorhersagen über den Befall von Fichtenwaldbeständen sind dennoch schwierig zu treffen. Effiziente Waldschutzmaßnahmen setzen aber ein Wissen um besonders gefährdende Perioden und anfällige Standorte voraus. Die Auswirkungen von Niederschlagsdefiziten auf physiologische Vorgänge im Baum, Attraktivität für Borkenkäfer und Baumabwehrbereitschaft sind komplex und können nur mit Hilfe von aufwendigen Freiland-Experimenten besser verstanden werden. Dieser in Europa in Bezug auf den Ursachenkomplex Fichte/Buchdrucker einzigartige Trockenstress-Versuch ist deshalb ein wichtiger Schritt zur Verbesserung und realitätsnaher Gestaltung von Modellen zur Prognose von trockenheitsbedingten Borkenkäfer-Massenvermehrungen.

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