Waldbewirtschaftung und Klimaänderung


  
Wald im Klimawandel

Die Erwartung, dass sich unser Klimasystem in den kommenden Jahrzehnten drastisch verändern wird, erweist sich als immer wahrscheinlicher (siehe: http://www.ipcc.ch/). Vorboten einer tiefgreifenden Klimaänderung sind teilweise schon jetzt beobachtbar. Der Umgang mit einer Klimaänderung ist eine der großen Herausforderungen der Menschheit für das 21. Jahrhundert.

Der Mensch kann zwar auch direkt durch Klimaerscheinungen betroffen sein, tiefgreifende Veränderungen sind aber auch in Ökosystemen zu erwarten. Wälder sind besonders durch die Auswirkungen einer Klimaänderung gefährdet, Gründe dafür sind:

  • Langlebigkeit von Bäumen:
    Während die momentanen Klimaprognosen, welche bis ans Ende des 21. Jahrhunderts reichen, weit über unsere eigene Lebenszeit hinausreichen, stellen derartige Zeiträume durchaus ein durchschnittliches Baumleben dar. Im Hinblick auf die "Systemzeit" des Ökosystems Wald (Reproduktionszeiträume, Lebensdauer) wird die zu erwartende Klimaänderung sehr rapide ablaufen. Im Vergleich zu anderen Landnutzungsformen, wie zum Beispiel der Landwirtschaft, bieten sich Waldökosystemen dadurch sehr eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten (natürlich wie menschlich).
  • hohe Komplexität des Ökosystems:
    das Ökosystem Wald besteht aus einer Vielzahl von einzelnen "Spielern", die alle von den Umweltbedingungen (z.B. Klima) beeinflusst werden, aber auch aufeinander Einfluss haben. Gravierende Veränderungen der Rahmenbedingungen haben das Potential, das Gleichgewicht des Ökosystems nachhaltig zu stören.
  • zentrale Rolle in der Landnutzung:
    In einem intensiv genutzten Naturraum wie den Alpen spielt der Wald vielfach eine zentrale Rolle: Seine Funktionen gehen heute weit über die nachhaltige Produktion des Rohstoffes Holz hinaus. Er schützt nicht nur vor Lawinen, Steinschlag und Murenabgängen und stellt sauberes Trinkwasser sicher, sondern stellt auch einen vielfältig genutzten Erholungsraum für den Menschen dar. Diese Vielzahl an Funktionen kann mancherorts auch dazu führen, dass die Leistungsfähigkeit von Waldökosystemen zu stark beansprucht wird – ein weiterer "Stress-Faktor" wie ein sich veränderndes Klima kann in solchen Fällen der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Auf diesen Seiten sollen mögliche Auswirkungen einer Klimaänderung auf den Wald anhand von Beispielen verdeutlicht werden. Der Fokus liegt dabei auf mitteleuropäischen (Gebirgs-)Wäldern. Folgende Fragen werden angerissen:

Für weitere Fragen oder Anregungen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Instituts für Waldbau, Arbeitsbereich Waldbewirtschaftung und Klimaänderung gerne zur Verfügung:

Projekte

  • Abschätzung der Vulnerabilität von Wäldern der Österreichischen Bundesforste bezüglich Klimaänderung und Entwicklung von adaptiven Managementstrategien
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  • Empfehlungen für die Waldbewirtschaftung in Teilen Niederösterreichs unter Klimaänderungsbedingungen
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  • Integrated Sink Enhancement Assessment (INSEA)
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  • Analyse von Waldbewirtschaftungsstrategien unter Klimaänderungsbedingungen.
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  • Analyse von Managementstrategien für eine nachhaltige Mehrzweckwaldbewirtschaftung unter Klimaänderungsbedingungen mit besonderer Berücksichtigung der Kohlenstoffsenkenwirkung anhand eines Beispielforstbetriebes.
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  • Modellierung des Stickstoffhaushaltes in einem Waldökosystem in den Nordtiroler Kalkalpen und szenariobasierte Risikobewertung unter veränderlichen Umweltbedingungen (NBM).
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  • Risikoanalyse und Abschätzung des Adaptionspotentiales für Österreichs Wälder im Falle einer Klimaänderung.
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  • Silvicultural response strategies to climatic change in management of European forests (SilviStrat) - Waldbaustrategien für den Fall einer Klimaänderung.
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