Waldbrände in Österreich


Entstehung von Waldbränden

Jedes Feuer benötigt für seine Entstehung drei Dinge: Oxidationsmittel (meist Sauerstoff), brennbares Material und Zündenergie.

Diese Elemente müssen in einer geeigneten Mischung vorliegen, damit der Verbrennungsprozess starten kann. Bei Waldbränden in Österreich sind die besonderen klimatischen und vegetationskundlichen Rahmenbedingungen von alpinen Waldökosystemen zu berücksichtigen.

Für das Verhalten von Waldbränden sind das Brennmaterial, das Wetter und die Topografie maßgebend:

Das Brennmaterial beschreibt die Gehölzart und seine Ausformung, den Anteil, Zustand und die Verteilung von Totholz, Bodenbewuchs, Feinmaterial und Humus. Als meteorologische Parameter sind Temperatur, Niederschlag, lokale Windströmungen und Inversionen bedeutend. Zur Topografie zählen etwa Seehöhe, Bodenform und die Hangneigung. So sind südexponierte Hänge meistens eher gefährdet, da sie in der Regel im Frühjahr am schnellsten schneefrei sind und rascher trocken fallen. Damit bieten sie bessere Vorraussetzung für Waldbrände, als nach Norden weisende Standorte.

Ursachen von Waldbränden

Hinsichtlich der Ursachen unterscheidet man zwischen natürlich entstandenen und durch den Menschen ausgelösten (anthropogen bedingten) Waldbränden. Weltweit gesehen werden über 90% aller Waldbrände durch menschliche Tätigkeiten ausgelöst. Die wichtigste und in Österreich einzig relevante natürliche Ursache für Waldbrände sind Blitzschläge.

Arten von Waldbränden

 

Man unterscheidet verschiedene Arten von Waldbränden, die jedoch oft in Kombination auftreten:

  • Erdfeuer, Glimm- oder Humusbrände laufen meist unterirdisch ab. Oft ist keine oder nur geringe Flammenentwicklung feststellbar. Es wird Streu und oberirdisches Material verbrannt. Das Feuer breitet sich in der Regel nur sehr langsam aus.
  • Boden-, Lauf- oder Oberflächenfeuer sind rascher voranschreitende Feuer, bei denen die Bodenvegetation, Büsche, Blätter und herabgefallene Äste verbrennen. Das Feuer breitet sich vertikal nur wenig aus. Die Intensität eines Oberflächenfeuers, also das Ausmaß der Wärmefreisetzung, kann von sehr niedrig bis sehr hoch reichen.
  • Kronen- bzw. Vollfeuer sind meist sehr starke und heftige Feuer, die sich von der Bodenoberfläche (als Lauffeuer) zu den Baumkronen ausbreiten. In der Regel benötigen sie zahlreich vorhandenen Brennstoff sowie Baumkronen in nicht zu großen Abständen. Sie treten vor allem dann auf, wenn bereits genügend Bodenmaterial in Brand gesetzt wurde. Häufig entstehen sie im Zuge starker Windströmungen und/oder steilen Hängen. Vom Wind getriebene Kronenfeuer können sich kilometerweit ausbreiten, bis entweder die Lufttemperatur genügend abnimmt oder zu wenig Brennstoff vorhanden ist. Kronenfeuer, die sich hangaufwärts ausbreiten, brennen meist nur bis zum Gipfel des Berges und verlaufen, wenn überhaupt, hangabwärts als Oberflächenlauffeuer weiter.

Informationen und Forschungsprojekte zur Thematik Waldbrand

Seit Anfang März 2013 ist die Waldbrand-Datenbank Österreich online. Die interaktive WebGIS Applikation ermöglicht Interessierten Zugriff auf die umfassendste Waldbrand-Datenbank in Österreich. Individuelle Abfragen und Statistiken können erstellt und neue Vegetationsbrände gemeldet werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Im Zuge des Projektes FIRIA (Fire Risk Austria) werden die Zusammenhänge zwischen historischen Aufzeichnungen von Waldbränden, der Vegetationszusammensetzung und Waldbrandindizes untersucht. Es soll festgestellt werden, ob sich die veränderlichen Umweltbedingungen (Stichwort: Klimawandel) und sozioökonomischen Rahmenbedingungen auf die Schutzerfüllung von Wäldern im alpinen Raum auswirken.

Im Rahmen des EU-Projekts ALP FFIRS soll ein alpinweites Warnsystem implementiert werden, welches das aktuelle Wettergeschehen und die vorhandene Vegetation berücksichtigt.

Durch die europaweite Kooperation im Rahmen des Regional Euro-Alpine Network for Wildfires am GFMC (Global Fire Monitoring Center) in Freiburg kann eine alpenweite abgestimmte Vorgehensweise sichergestellt werden.

Link zu Regional Euro-Alpine Network:  http://www.fire.uni-freiburg.de/GlobalNetworks/EuroAlpine/EuroAlpine.html