AFFRI - Forschungsinitiative Waldbrand


Austrian Forest Fire Research Initiative

An der Universität für Bodenkultur wurden im Rahmen der Österreichischen Forschungsinitiative Waldbrand (AFFRI - Austrian Forest Fire Research Initiative, 2008-2012) die Häufigkeit, Verteilung und die Gefahren von Waldbränden in Österreich untersucht. In Abhängigkeit von Vegetation, Klima und menschlichem Einfluss konnte das Auftreten und Verhalten von Waldbränden in gefährdeten Waldökosystemen modellhaft beschrieben werden. Dabei hat das Institut für Waldbau am Department für Wald- und Bodenwissenschaften, mit dem Institut für Vermessung, Fernerkundung und Landinformation, dem Institut für Meteorologie, dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft und der Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik kooperiert.

Die österreichischen Wälder waren in den vergangenen Jahrzehnten vergleichsweise selten von Waldbränden betroffen. Durch die Klimaerwärmung wird allerdings angenommen, dass das Risiko für Waldbrände als potenzieller Störfaktor an Bedeutung zunehmen wird. Insbesondere im Süden Niederösterreichs (Schwarzkiefernwälder), in Teilen Kärntens, Tirols und der Steiermark kommt es durch das immer häufigere Auftreten von langen, trocken-heißen Frühjahrs- und Sommerphasen, kombiniert mit schneearmen Wintern, zu einem verstärkten Auftreten von Waldbränden.

In diesem Zusammenhang hat die österreichische Forschungsinitiative Waldbrand die Hotspots für Waldbrände in Österreich in Abhängigkeit von Vegetation, Klima und Lage identifiziert und Methoden zur Abschätzung der Waldbrandgefahr entwickelt. Dabei konnten die Hotspots auch im Hinblick auf eine Klimaänderung identifiziert werden. Die meteorologischen Rahmenbedingungen und die Bedeutung der Vegetation auf das Waldbrandrisiko speziell im Gebirgsraum wurden untersucht.

Eine Auswertung über zehn Jahre (2002 bis 2011) zeigt, dass 2003 (233) und 2007 (251) besonders starke Waldbrandjahre waren. Dabei sind in den Bundesländern Niederösterreich, Tirol und Kärnten am meisten Waldbrände aufgetreten. Details zu den Ergebnissen dieser Analyse finden Sie hier. Aktuelle Informationen rund um die laufende Waldbrandgefahr können Sie im Waldbrand-Blog nachlesen.

Seit März 2013 ist die österreichische Waldbrand-Datenbank online. Sie ermöglicht Interessierten, über eine interaktive Karte Waldbrandereignisse abzufragen und Statistiken oder Grafiken zu erstellen. Auch können Waldbrandereignisse einfach und zeitnah gemeldet werden.

Im Rahmen von AFFRI wurden die Faktoren für das Verhalten von Waldbränden im Gebirgsraum im Rahmen ausgesuchter Fallstudien untersucht. Damit konnten erste Grundlagen für die Entwicklung eines Waldbrandgefahrenmodells geschaffen werden, um Waldbrände besser und genauer vorherzusagen und den Feuerwehren eine gute Grundlage für die Einsatzplanung zur Verfügung zu stellen.

Bei der Analyse der Interaktionen zwischen Waldbränden, Waldbewirtschaftung und Klimaänderung wurden auf die Erfahrungen in anderen Studien zur Waldökosystemmodellierung zurückgegriffen.

Die Arbeiten und Studien im Rahmen von AFFRI sollen im Folgeprojekt AFFRI 2 fortgeführt werden.

Forschungsinitiative Waldbrand

Die Forschungsinitiative AFFRI wurde vom FWF im Rahmen des Translational Research Programms finanziert.

Mehr Informationen zu AFFRI finden Sie in der Forschungsdatenbank der BOKU.