AFFRI - Austrian Forest Fire Research Initiative

An der Universität für Bodenkultur wird im Rahmen der Österreichischen Forschungsinitiative Waldbrand (AFFRI - Austrian Forest Fire Research Initiative) die Häufigkeit, Verteilung und die Gefahr von Waldbränden in Österreich untersucht. In Abhängigkeit von Vegetation, Klima und menschlichem Einfluss soll das Auftreten und Verhalten von Waldbränden in gefährdeten Waldökosystemen modellhaft beschrieben werden. Dabei kooperiert das Institut für Waldbau am Department für Wald- und Bodenwissenschaften, mit dem Institut für Vermessung, Fernerkundung und Landinformation, dem Institut für Meterologie, dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft und der Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik.

Die österreichischen Wälder waren in den vergangenen Jahrzehnten vergleichsweise selten von Waldbränden betroffen. Durch die drohende Klimaerwärmung wird allerdings angenommen, dass das Risiko für Waldbrände als potenzieller Störfaktor an Bedeutung zunehmen wird. Insbesondere im Süden Niederösterreichs (Schwarzkiefernwälder) und in Teilen Kärntens und Tirols kommt es besonders durch das periodische und immer häufigere Auftreten von längeren, trocken-dürren Frühjahrs-Sommerphasen, kombiniert mit schneearmen Wintern und erhöhter Gewitter- und Sturmtätigkeit zu einem verstärkten Auftreten von Waldbränden.

In diesem Zusammenhang verfolgt die österreichische Forschungsinitiative Waldbrand das Ziel die "Hotspots" für Waldbrände in Österreich in Abhängigkeit von Vegetation, Klima und Lage zu identifizieren und Methoden zur Abschätzung der Waldbrandgefahr zu entwickeln. Dabei sollen die „Hotspots“ auch speziell im Hinblick auf eine Klimaänderung identifiziert werden. Die meteorologischen Rahmenbedingungen und die Bedeutung der Vegetation auf das Waldbrandrisiko speziell im Gebirgsraum werden untersucht.

Die Auswertung über die letzten zehn Jahre (2002 bis 2011) zeigt, dass 2003 (233) und 2007 (251) besonders starke Waldbrandjahre waren. Dabei waren die Bundesländer Niederösterreich, Tirol und Kärnten stets am häufigsten von Waldbränden betroffen. Details zu den Ergebnissen dieser Analysen finden Sie hier. Aktuelle Informationen rund um die laufende Waldbrandgefahr können Sie im Waldbrand-Blog nachlesen.

Seit März 2013 ist die österreichische Waldbrand-Datenbank online. Sie ermöglicht Interessierten, über eine interaktive Karte Waldbrandereignisse abzufragen und Statistiken oder Grafiken zu erstellen. Auch können Waldbrandereignisse rasch und einfach gemeldet werden.

Im Rahmen von AFFRI sollen die entscheidenden Faktoren für das Verhalten von Waldbränden im Gebirgsraum in ausgesuchten Fallstudien untersucht werden. Die Entwicklung eines Fire Hazard Modells soll es ermöglichen in Zukunft Waldbrände besser und genauer vorherzusagen, um den Feuerwehren eine gute Grundlage für die Einsatzplanung zu gewährleisten.

Bei der Analyse der Interaktion zwischen Waldbränden, Waldbewirtschaftung und Klimaänderung werden auf die Erfahrungen in anderen Studien zur Waldökosystemmodellierung zurückgegriffen.

Forschungsinitiative Waldbrand

Die Forschungsinitiative AFFRI wird vom FWF im Rahmen des Translational Research Programms finanziert.

Mehr Informationen zur Forschungsinitiative AFFRI finden sie in der Forschungsdatenbank der BOKU.

Möglichkeiten zum Informationsaustausch und zur Diskussion bietet das Online-Forum AFFRI auf www.wax.at.