Waldbrand-Blog Österreich


 
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    JAHRESRÜCKBLICK | KEINE WALDBRANDGEFAHR

    Das Jahr 2015 war eines der brandintensivsten der vergangenen 25 Jahre. Bezogen auf die Anzahl an Bränden, liegt es mit 281 Bränden deutlich über dem bisherigen Rekordjahr 2011 (267 Feuer). Knapp 1,5 Quadratkilometer Wald wurden ein Raub der Flammen. Die meisten Waldbrände gab es im August (64 Feuer), gefolgt vom Juli (60) und April (40). Außergewöhnlich brandintensiv und ebenfalls mit einer neuen Rekordzahl an Bränden präsentierten sich die Monate November und Dezember: 49 Waldbrände wurden hier verzeichnet. Am häufigsten brannte es in Niederösterreich (91 Feuer), gefolgt von der Steiermark (62), Tirol (47) und Kärnten (35). Insgesamt 55 Waldbrände (20%) wurden durch Blitzschlag ausgelöst, in erster Linie von Juni bis August, die übrigen Feuer hatten anthropogene Ursachen. Der flächenmäßig größte Waldbrand, der auch als massives Vollfeuer auftrat, ereignete sich am 22. April in Lurnfeld, Kärnten. Rund 70 Hektar Schutzwald wurden hier zerstört, der Brand konnte erst nach mehr als einer Woche endgültig gelöscht werden.

    In den letzten Tagen hat es bei überdurchschnittlichen Temperaturen verbreitet ergiebige Niederschläge gegeben. Mittelfristig dürfte es wieder kälter werden, eine nachhaltig trockene Witterung ist nicht in Sicht. Somit ist die Waldbrandgefahr momentan und voraussichtlich auch in den kommenden Wochen – möglicherweise sogar bis zum nächsten Frühjahr – nur sehr gering. Waldbrände sind damit unwahrscheinlich.

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    SINKENDE WALDBRANDGEFAHR

    Während die Weihnachtsfeiertage ruhig verlaufen sind, wurden danach und zu Silvester mehrere Waldbrände registriert. Glücklicherweise sind die meisten Feuer klein geblieben und konnten rasch gelöscht werden. Nach derzeitigem Erhebungsstand gab es im abgelaufenen Jahr 280 Waldbrände. 2015 hat damit 2011 – das bisherige Rekordjahr, bezogen auf die Anzahl an Waldbränden – deutlich übertroffen. Ein ausführlicher Jahresrückblick folgt bis Mitte Januar.

    Inzwischen hat sich die Großwetterlage umgestellt. In den kommenden Tagen wird es im ganzen Land zeitweise Niederschläge geben. Diese dürften zwar nur im Westen ergiebig ausfallen, da aber auch die Temperaturen gedämpft bleiben und nur wenig Sonne zu erwarten ist, sollte die Waldbrandgefahr auch in den trockenen Gebieten des Südens und Ostens zurückgehen. Mittelfristig dürfte es zwar wieder wärmer werden, da aber gleichzeitig weitere Regenereignisse prognostiziert werden, ist in nächster Zeit keine hohe Waldbrandgefahr mehr zu erwarten.

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    HOHE WALDBRANDGEFAHR ZU WEIHNACHTEN | NEUES WALDBRANDPROJEKT

    In vielen Gebieten Österreichs hat es seit zwei Monaten keinen ergiebigen Niederschlag gegeben. So sind etwa in Zeltweg, Steiermark, in den vergangenen 60 Tagen von normalerweise 80mm Niederschlag nur 2mm gefallen. Während in den Tal- und Beckenlagen feuchtes Nebelwetter dominiert, ist es darüber vielerorts sonnig und trocken. In Verbindung mit der Dürre steigt auch die Waldbrandgefahr. Sie ist vor allem in Südösterreich für die Jahreszeit außergewöhnlich hoch.

    Mit fast 1,5 Quadratkilometer verbrannter Waldfläche ist 2015 bis jetzt das flächenmäßig drittstärkte Waldbrandjahr seit 1993. Betrachtet man die Gesamtzahl an Bränden, liegt 2015 mit mehr als 270 Waldbränden sogar an erster Stelle. Durch die lange Trockenheit in Südösterreich treten fast täglich Waldbrände auf – eine Situation, die man eher aus dem Frühjahr oder Sommer kennt. Während in den heißen Sommermonaten 30-40% aller Waldbrände durch Blitze ausgelöst werden, sind in den Wintermonaten sämtliche Brände auf den direkten oder indirekten Einfluss des Menschen zurückzuführen. Die aktuelle Lage ist vergleichbar mit der Rekordtrockenheit im Herbst 2011, als im November mehr als zwanzig teils großflächige Waldbrände verzeichnet wurden. Die hohe Waldbrandgefahr in Österreich wird von den verfügbaren Modellen nur unzureichend erfasst, da die frühwinterliche Trockenheit bei der Abschätzung der Feuergefahr nicht ausreichend abgebildet wird. Besonders hoch ist die Waldbrandgefahr von Osttirol über Kärnten, den Lungau, weite Teile der Steiermark und des Burgenlands. Auch in manchen Gebieten Vorarlbergs, Nordtirols und Niederösterreichs ist sie erhöht. Dabei sind in erster Linie die Gebiete oberhalb der Nebelzonen gefährdet, also Lagen ab etwa 1000 Meter Seehöhe. Hier kann schon der Funken einer Zigarette ausreichen, um einen Großbrand zu entfachen.

    Niederschlag ist im Süden weiter nicht in Sicht. Die aktuellen Wetterprognosen deuten sogar darauf hin, dass es bis ins neue Jahr hinein trocken bleiben dürfte. Damit könnte die Brandgefahr zum Jahreswechsel noch einmal ansteigen, denn fast jedes Jahr werden zu Silvester Waldbrände verzeichnet, hauptsächlich ausgelöst durch Feuerwerkskörper. In Verbindung mit der aktuellen Rekordtrockenheit ist hier besondere Vorsicht geboten.

    Waldbrandforschung an der BOKU

    An der Universität für Bodenkultur in Wien am Institut für Waldbau werden seit 2008 das Auftreten, die Verteilung, Ursachen und Charakteristika von Waldbränden in Österreich im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte analysiert. Die Datenreihe erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und umfasst rund 5000 Feuer. Im Frühjahr 2013 wurde vom Institut für Waldbau eine Online-Plattform entwickelt, die eine einfache Erhebung und Analyse von Waldbränden ermöglicht. Die Web-GIS Applikation Fire Database ist frei zugänglich und ermöglicht Interessierten über eine interaktive Karte Waldbrandereignisse abzufragen und Statistiken oder Grafiken zu erstellen.

    Waldbrand-Datenbank Österreich

    Anfang Dezember 2015 startete am Institut für Waldbau die von den Bundesländern und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft finanzierte Forschungskooperation Österreichische Waldbrandinitiative II, welche die Untersuchungen zu Waldbränden in Österreich vorantreiben und das Wissen über Vegetationsfeuer vertiefen soll. Ein Ziel des Projekts ist die verbesserte Vorhersage von Waldbränden, wobei Faktoren wie Wetter, Vegetation, Gelände und menschlicher Einfluss berücksichtigt werden.

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    2015 AUF REKORDKURS | WEITER TROCKEN IM SÜDEN

    266 Waldbrände wurden bis heute im Jahr 2015 in Österreich registriert. Das ist bereits jetzt der zweithöchste Wert seit dem Beginn der homogenisierten Erhebungen im Jahr 1993 und nur noch knapp unter dem bisherigen Rekordjahr 2011 mit 267 Waldbränden. Vor allem der heiße und trockene Sommer haben zu der außergewöhnlich hohen Zahl an Bränden beigetragen. Aber auch im Frühjahr – sowie jetzt im Spätherbst – gab bzw. gibt es längere Trockenperioden, welche die Entstehung unkontrollierter Vegetationsbrände begünstigen.

    Aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Süden bleibt die Brandgefahr für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch. Bis Weihnachten zeigen die Wettermodelle im Bereich der Alpensüdseite kaum Niederschlagssignale, nur in Osttirol könnte es Mitte der Woche relevante Regenmengen geben. Damit bleibt die Waldbrandgefahr im Süden bzw. Südosten und oberhalb der Nebelgrenze auch in den nächsten Tagen erhöht.

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    FEURIGER NOVEMBER | TROCKENE ALPENSÜDSEITE

    Nach den bisherigen Erhebungen traten im November 2015 vierundzwanzig Waldbrände in Österreich auf. Das ist ebenso viel wie im November 2011, einer der trockensten November überhaupt in der Messgeschichte. Auch in den vergangenen Tagen wurden weitere Waldbrände verzeichnet. So geriet nahe Leoben, Steiermark, eine Schlag- und Hochwaldfläche im Ausmaß von mehr als einem Hektar in Brand. Versteckte Glutnester flammten auch nach drei Tagen wieder auf.

    Waldbrand bei Leoben (Stmk), Bericht auf steiermark.orf.at

    Das Jahr 2015 rangiert momentan auf Platz 3 der brandintensivsten Jahre seit 1993. Nur 2011 und 2012 gab es geringfügig mehr Waldbrände. Während es in den letzten Tagen und Wochen im Westen, Norden und Osten des Landes immer wieder Niederschläge gegeben hat, ist die Alpensüdseite außergewöhnlich trocken. Von Osttirol über Kärnten, den Lungau, die südliche Steiermark, bis hin zum Süd- und Mittelburgenland ist teilweise seit Ende Oktober kein relevanter Niederschlag gefallen. Dementsprechend herrscht hier erhöhte Waldbrandgefahr – und zwar oberhalb der Nebel- und Inversionsgrenze in Mittelgebirgslagen, wie auch die aktuellen Brände zeigen. Daran wird sich auch in den kommenden Tagen nichts ändern, vor Mitte Dezember sind im Süden keine Niederschläge zu erwarten.

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    WALDBRAND FUSCH | ERHÖHTE WALDBRANDGEFAHR

    Am Montag, den 09. November 2015, brach in Fusch an der Großglocknerstraße (Salzburger Pinzgau) durch Unachtsamkeit ein Brand auf einem bewaldeten Steilhang aus. Das Feuer breitete sich rasch auf rund drei Hektar Strauch- und Waldfläche aus. Es konnte von den Feuerwehren erst am Abend des nächsten Tages mit Unterstützung von zwei Helikoptern gelöscht werden.

    Waldbrand in Fusch (Sbg), Bericht auf salzburg.orf.at

    Seit rund drei Wochen ist es in vielen Teilen Österreichs ungewöhnlich trocken, seit Anfang November auch überdurchschnittlich sonnig und mild. In Verbindung mit dem immer wieder kräftigen Wind ist die Brandgefahr besonders auf alpinen Südhängen über der Nebelgrenze erhöht. Hier sind Streuschicht und Herbstlaub ausgetrocknet, was die Entstehung von sich rasch ausbreitenden Lauffeuern begünstigt. Seit Anfang des Monats wurden dreizehn Waldbrände registriert, das sind schon jetzt mehr, als in einem durchschnittlichen November zusammengenommen. In den nächsten Tagen dürfte es in Nordstaulagen sowie im Osten etwas regnen, viel ist aber nicht zu erwarten. Eine merkliche und großflächige Entspannung der Brandgefahr zeichnet sich frühestens Ende kommender Woche mit einer Umstellung der Großwetterlage ab.

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    SOMMERRÜCKBLICK | SEHR GERINGE WALDBRANDGEFAHR

    Im Sommer 2015 (bezogen auf den meteorologischen Zeitraum, also Juni, Juli und August) gab es nach derzeitigem Stand 136 Waldbrände. Das ist deutlich mehr als 2014 (47), aber weniger als im Rekordjahr 2013 (172). Heuer traten die meisten Waldbrände im August auf (63). Deutliche Unterschiede gab es bei der regionalen Verteilung: Mit Abstand am häufigsten waren Waldbrände in Niederösterreich (62), gefolgt von Tirol (25) und der Steiermark (25) sowie Kärnten (10) und Oberösterreich (9). Nur jeweils zwei Waldbrände gab es in Salzburg und dem Burgenland, einen einzigen in Wien. Aus Vorarlberg wurde in diesem Sommer kein Waldbrand gemeldet. Die meisten Waldbrände blieben klein, allerdings ereigneten sich auch vierzehn Feuer, die einen Hektar oder mehr umfassten. Der flächengrößte Waldbrand trat am 07. August in Ebenfurth (Niederösterreich) auf, hier wurden drei Hektar Kiefernforst ein Raub der Flammen.

    In den vergangenen Tagen hat es bei durchschnittlichen Temperaturen immer wieder Niederschläge gegeben, und das im Großteil des Landes. Aufgrund der Jahreszeit, dem erwarteten Witterungsverlauf und den zunehmend kühlen sowie feuchten Nächten, ist in den kommenden Wochen, möglicherweise sogar bis zum nächsten Frühjahr, keine relevante Waldbrandgefahr zu erwarten.

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    CITIZEN SCIENCE

    „Citizen Science“, die Beteiligung der Bevölkerung bei aktuellen Forschungsarbeiten, gewinnt in Österreich immer mehr an Bedeutung. Auch die österreichische Waldbrandforschung mit ihrer „Fire Database“ findet sich bereits in der Liste aktueller Projekte. Citizen Science wird von Young Science, dem Zentrum für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule, koordiniert. Das Zentrum ist vom BMWFW finanziert und initiiert, und bei der OeAD-GmbH angesiedelt.

    Aktuelle Citizen Science-Projekte in Österreich

    Derzeit ist der Citizen Science-Award ausgeschrieben, bei dem Schülerinnen und Schüler im Oktober um die Wette forschen. Alle Kinder und Jugendlichen Österreichs sind zum Mitforschen eingeladen. Schulklassen können bei vier Citizen Science-Projekten mitmachen und dabei bis zu 3.000 Euro gewinnen. Zur Auswahl stehen Forschungsprojekte zu den Themen Allergieforschung, Testen von Online-Laboren, politische Alltagsbegegnungen von Jugendlichen und der Beobachtung der Blattverfärbung. Drei Forschungsprojekte sind für Jugendliche der Oberstufen geeignet, beim Projekt „FarbVerrückt“ können sowohl Schülerinnen und Schüler der Oberstufen als auch der Unterstufen und Volksschulen mitmachen. Die Siegerklassen werden Ende des Jahres im Rahmen einer Festveranstaltung in Wien ausgezeichnet.

    Informationen zu Anmeldung, Ablauf und den Preisen des Citizen Science-Award

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    ENDE DER WALDBRANDSAISON? | SINKENDE BRANDGEFAHR

    Die große Hitze ist in ganz Österreich vorbei, die Waldbrandgefahr nur noch im Osten erhöht. In den kommenden Tagen sollte es im ganzen Land zumindest etwas Niederschlag geben, die Brandgefahr damit weiter sinken. Aufgrund der Jahreszeit und der modellierten wechselhaft-kühlen Witterung ist mittelfristig mit keiner relevanten Waldbrandgefahr zu rechnen.

    Erfahrungsgemäß sind die Monate September bis Dezember die brandschwächsten des Jahres. Allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel: Im November 2011 traten durch lang anhaltende Trockenheit sowie eine massive Föhnlage insgesamt 24 Waldbrände, davon mehrere Großbrände auf – ein neuer Rekord. Wie sich der heurige Herbst entwickelt, bleibt abzuwarten.

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    HOHE WALDBRANDGEFAHR

    Möglicherweise zum letztem Mal in diesem Jahr, ist die Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen in Österreich als hoch einzustufen. Besonders in Ober- und Niederösterreich, in Wien, im Burgenland und Teilen der Steiermark sind bis inklusive Dienstag weitere Waldbrände möglich. Speziell am Sonntag und Montag können durch den kräftigen Südostwind bzw. Föhn selbst Großfeuer nicht ausgeschlossen werden. Eine Entspannung der Waldbrandsituation sollte im Zuge der Umstellung der Großwetterlage Mitte der kommenden Woche erfolgen.