dynamische Ökosystemmodelle


Entwicklung und Anwendung von dynamischen Ökosystemmodellen

                          
Zur Unterstützung der waldbaulichen Planung und Entscheidungsfindung werden am Institut für Waldbau dynamische Waldökosystemmodelle entwickelt und angewendet. Vor allem in Hinblick auf die langen Planungszeiträume in der Waldbewirtschaftung und die für diesen Zeithorizont miteinzubeziehende Änderung von Umweltbedingungen (Klimaänderung, N-Deposition etc.) werden an für die Analyse und Entwicklung von Waldbewirtschaftungsstrategien notwendigen Waldökosystemmodelle hohe Anforderungen gestellt. Neben zu berücksichtigenden veränderlichen Umweltbedingungen hat sich darüber hinaus das Anforderungsprofil an nachhaltige Waldbewirtschaftung in den letzten Jahren sukzessive erweitert, wodurch zunehmend auch Nichtholzprodukte (Kohlenstoffspeicherung, Biodiversität, etc.) eine Rolle in der waldbaulichen Planung spielen. Aus diesem Grund ergibt sich für die Modellentwicklung zur waldbaulichen Planung und Entscheidungsfindung folgendes Anforderungsprofil:

  • Realistische, dreidimensionale Raumstruktur, um die Effekte von unterschiedlichen Waldbewirtschaftungsstrategien abbilden zu können (Verjüngungsökologie, waldbauliche Eingriffe, etc.)
  • Berücksichtigung des vollen potentiellen Baumartenspektrums eines Standorts
  • Abbildung der relevanten Stoffkreisläufe im Waldökosystem (Kohlenstoff, Stickstoff)
  • Möglichkeit der Simulation von Klimaänderungsszenarien

Aus diesem Anforderungsprofil wurde am Institut für Waldbau seit 1996 die PICUS-Modellfamilie entwickelt. Derartige dynamische Waldökosystemmodelle ermöglichen sowohl die Abschätzung der Auswirkungen unterschiedlicher Klimaszenarien auf den Wald als auch die Studie unterschiedlicher waldbaulicher Behandlungskonzepte („virtuelle Waldbewirtschaftung“ - mehrere Umtriebszeiten in nur wenigen Minuten) und deren Auswirkung auf Holzproduktion, Waldverjüngung aber auch auf relevante Nichtholzprodukte.

Die PICUS-Modellfamilie besteht derzeit aus drei Modellversionen, die jeweils unterschiedliche physiologische Detailliertheitsgrade repräsentieren: