Geschichte


Historisches

Der "Ofenbacher Forst" (heute im Volksmund noch der "Kaiserwald" genannt, siehe auch Österreichische Karte Blatt l06; Aspang Markt) wurde von Kaiserin Maria Theresia 1755 in das Staatseigentum übertragen. Zahlreiche große Grenzsteine (M.T. 1756) zeugen in der Natur heute noch davon. Organisatorisch war Ofenbach dem Inspektionsbezirk Wiener Wald der Staatsdomänenverwaltung zugeordnet.
Erst 1925 entstand mit der Errichtung der österreichischen Bundesforste die Forstverwaltung Wr. Neustadt, der dann auch die Wälder des Religionsfondsgutes Wr. Neustadt zugeschlagen wurden. Bis 1972 war der Ofenbacher Forst (frühere Domänenwälder und Religionsfondwälder) in zwei Försterdienstbezirke (Ofenbach, Heuberg) geteilt.

Obwohl nicht groß, war der Kaiserwald offenbar immer von großem Interesse für die Forstwirtschaft in diesem Gebiet. Eine "Forstliche Skizze" aus 1866 beschreibt den Kaiserwald wie folgt:

"Es ist dieses jener dichte, durch keinerlei Ansiedlungen in seinem Innern unterbrochene, an sich zwar nicht sehr ausgedehnte, doch vorzüglich erhaltene Waldcomplex, welcher sich am rechten Ufer der Schwarzau über den höchsten Gebirgsrücken des österreichisch-ungarischen Grenzgebirges erstreckt und insgemein der Offenbacher Forst genannt wird. Werth und Bedeutung dieses isolierten Forstes im staatlichen Besitze als herkömmliches Appendix des Wienerwaldes verdient um so mehr beachtet zu werden, als gerade auch derselbe wie berufen erscheint, den Charakter conservativen Strebens im besten Sinne eines durch gewinnsüchtige Ziele nicht irregeleiteten forstmännischen Wirkens unter Verhältnissen zum Ausdrucke zu bringen, wo die Ertragsquellen des Waldes ohne weitere Rücksicht bis zur zeitlichen Erschöpfung ausgenutzt zu werden pflegen."

Das ganze Gebiet war lange Zeit eher abgelegen, das sollen uns zwei Angaben zeigen:
Die Rosalienstraße (Burg Forchtenstein - Fernblick) wurde 1936 gebaut, 1953 erfolgte die Elektrifizierung der Rosalien- und Heuberghäuser.

Die Grenzlage zu Ungarn brachte nach der Überlieferung das Schmugglerwesen zum Blühen. Zahlreiche Ortsbezeichnungen, die allerdings immer mehr in Vergessenheit geraten, zeugen davon - z.B. "Hendelkramer-Stein" an der "weißen Kreuzstraße", "Ochsentritt" in Abt. 5 b "Saustandbrücke" - Abt. 16/17 an der Heubergstraße.

Touristisch wurde das Gebiet schon früh (1920/1930) erschlossen.
Zwei Markierungen (blau/weiß und gelb/weiß) wurden von den Touristenvereinen angelegt. Ein beliebter Ausflug von Wien war z.B.: Wien - Aspangbahn - Klein Wolkersdorf - Rosalia - Mattersburg - Wien.

Einen interessanten Einstieg in die Geschichte der Gegend bietet das Heimatbuch der Marktgemeinde Lanzenkirchen, das 1985 schon in 2.Auflage erschienen ist.