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Kategorien von Forstprodukten und Dienstleistungen

Sogenannte forstliche Nebennutzungen wurden lange Zeit vor allem als traditionelle Nutzungsformen mit starkem regionalen Kontext betrachtet. War es in Zeiten niedriger Holzpreise die Suche nach zusätzlichen wirtschaftlichen Standbeinen, so ist es nun der derzeitige Biomasse-Boom, der forstliche Nebennutzungen wieder zu einem lebendigen Thema macht. Solch kurzfristige Trends zeigen einerseits die Potenziale multifunktional ausgerichteter Wälder, auf geänderte Marktsituationen reagieren zu können. Andererseits steht nachhaltige Waldbewirtschaftung gerade für die langfristige Erhaltung und Förderung einer breiten Palette an forstlichen Gütern und Leistungen. Die ökonomische Verwertbarkeit von forstlichen Produkten ist aktuell nur für die Holznutzung geklärt, die auch die Hauptnutzungsform der österreichischen Wälder darstellt (BMLFUW, 2005).

      

Daneben gibt es Untersuchungen über die Leistungen des Waldes an der Gesellschaft und deren ökonomischen Auswirkungen (z.B. PFISTER, 1991; SEKOT und SCHWARZBAUER, 1995), ohne aber bis jetzt Praxisrelevanz erreicht zu haben. Einen anderen Aspekt stellen vermarktbare forstliche Nebenprodukte und Dienstleistungen dar, die zunehmend ins Blickfeld als mögliche zusätzliche wirtschaftliche Standbeine einer multifunktionalen nachhaltigen Forstwirtschaft in Österreich geraten. Von ihrer Identifikation und Dokumentation (z.B. DAVID, 2001) bis zur ihrer Etablierung und Evaluierung ihrer Potenziale ist jedoch noch ein weiter Weg. In einer kürzlich für das BMLFUW fertiggestellten Studie konnte der Wert von vermarktbaren Produkten und Dienstleistungen ermittelt werden (siehe Ergebnisbericht in DAFNE-Datenbank). In weiten Teilen der Welt stellen sogenannte Non-Timber Forest Products (NTFP) jedoch eine zentrale Kategorie von Ansprüchen an den Wald dar. Zum einen aus wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen wie z.B. im nordamerikanischen Raum (vgl. KLINE 2001, DONOGHUE et al. 2004, MCLAIN und JONES 2005), zum anderen als wesentliche Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung im tropischen oder in trockenen Klimazonen (GAUTAM und WATANABE 2002, BELCHER et al. 2005).

Eine gängige Diktion in der mitteleuropäischen Forstwirtschaft unterscheidet zwischen Holzproduktion und Nebennutzungen. Dabei sind streng genommen auch einige Nebenprodukte unter den Holzprodukten zu finden (z.B. Christbaum, Rindenmulch, etc.). In der nachfolgenden Abbildung wird eine grobe Einteilung in Holzprodukte, Nichtholzprodukte und forstliche Dienstleistungen getroffen.