Eibe


Die Eibe - Taxus baccata L.

Die Eibe, Österreichischer Baum des Jahres 2013

Beschreibung

Immergrüner Nadelbaum mit vielgestaltiger Krone: kugelförmig, breit kegelförmig bis säulenförmig. Stammachse oft mehrfach verzweigt (Mehrfach-Zwiesel). Die Baumhöhen in Mitteleuropa erreichen selten mehr als 15 m, nur in der Nordtürkei (20m) bzw. im Kaukasus (32 m) finden sich höhere Bäume. Der Stamm ist selten glatt, oft spannrückig und mit einer grau bis rotbraunen Schuppenborke bedeckt. Die dorsiventralen Nadeln sind oberseits dunkel-blaugrün und unterseits hell-gelbgrün, 1,5 bis 4cm lang und 2 bis 2,5mm breit. Der Baum ist zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten finden sich auf getrennten Bäumen. Die unscheinbaren, grünen weiblichen Blüten erscheinen zwischen Februar und März (April). Die gelben, männlichen Blüten stehen zahlreich an einjährigen Trieben. Die Samen reifen von August bis Oktober und fallen durch einen leuchtend roten fleischigen Samenmantel, den Arillus auf.
ACHTUNG: alle Teile der Eibe sind giftig! Lediglich der rote Samenmantel nicht.

Besonderheiten

Die Eibe gilt als ältestes Tertiärrelikt, d. h. ihre Entstehung liegt in einer klimatisch wärmeren Epoche der Erdgeschichte. Dementsprechend empfindlich reagiert sie auf starke Fröste und benötigt deshalb besonders in der Jugend Seitenschutz. Die Eibe zeigt eine extreme Schattentoleranz und sehr gutes Ausschlagvermögen. Trotzdem ist sie europaweit gefährdet, allerdings auf niedrigem Niveau (IUCN: lower risk / least concern). Hintergründe sind zum einen die Buchenausbreitung nach der letzten Eiszeit, besonders aber der menschliche Einfluß der bis in die Steinzeit zurückreicht. Im Mittelalter wurden die Bestände systematisch zur Waffenherstellung (Lanzen, Bögen) ausgeplündert. In der jüngsten Zeit verhindern die hohen Schalenwildbestände in weiten Teilen Europas eine Naturverjüngung, was eine zusätzliche Gefährdung darstellt.

Die Eibe hatte in alten Kulturen eine besondere Bedeutung. In der alten Volksmedizin aber auch in der modernen Medizin (Krebsmedikamente) findet sie Verwendung. Im Gartenbau ist sie seit der Renaissance ein wichtiges Gestaltungselement.

Arbeitsgruppe EIBE am Institut für Waldbau

  • Ass.Prof. Dipl.-Forstwirt Dr. Raphael T. Klumpp
  • Ao.Univ.Prof. DI Dr. MAS (GIS) Harald Vacik

Die Arbeitsgruppe EIBE am Institut für Waldbau hat schon im Jahr 1998 damit begonnen, die Eiben-Generhaltungswälder in Österreich systematisch zu erfassen und zu beschreiben.

Im Jahr 1998 wurde auf Anregung von DI Peter Honsig-Erlenburg (BFI Villach) und Ing. Alfred Bernhard (FBVA) im Rahmen der Diplomarbeit von DI Gerald Oitzinger eine detaillierte Bestandesaufnahme durchgeführt und eine Erhaltungsstrategie ausgearbeitet. Dabei wurde auch ein permanentes Beobachtungsnetz angelegt, welches eine weiterführende Beobachtung im Sinne des am Institut für Waldbau etablierten Forschungsschwerpunktes zur Erhaltung der Eibe ermöglichen sollte. Darüber hinaus wurden auch Maßnahmen zur Erhaltung der Eibe (Zäunung, Bestandespflege) auf Basis der Erkenntnisse der Diplomarbeit durch die Mitarbeiter der ÖBF AG im Jahr 2000 durchgeführt. Diese Versuchsanlage hat daher eine besondere Bedeutung, da sie zu den ersten dieser Art in Europa zählt.

Im Rahmen der von Ao.Univ.Prof.Dr. Harald Vacik betreuten Dissertation von Herrn Dr. Amalesh Dhar wurde im Jahre 2005 das Eibenvorkommen im Stiwollgraben in der Steiermark sowie zahlreiche Eibenvorkommen in Oberösterreich wissenschaftlich untersucht. Daneben ermöglichte die Diplomarbeit von Hr. DI Aigner (2007) die waldbauliche Analyse und Beschreibung von Kern- und Streuvorkommen einer Eibenpopulation am Mondsee. Weiters führte Herr DI Raschka (2009) eine waldbauliche Analyse und Beschreibung von Eibenvorkommen in den Buchenmischwäldern des Eiben-Generhaltungswaldes Losenstein in Oberösterreich durch.

Ziele

  • Monitoring von Eibenbeständen in Österreich.
  • Waldbauliche und genetische Analysen mit dem Ziel die Dynamik der Populationen und das Zusammenspiel mit anderen Gliedern des Ökosystemes besser zu verstehen.
  • Ableitung von Pflegekonzepten.

 

Partner

Diplomarbeiten und Dissertationen

Oitzinger, G. (2000): Anwendung der qualitativen PVA (Population Viability Analysis) für die Evaluierung von Erhaltungsstrategien für ein Eibenvorkommen bei Bad Bleiberg/Ktn. Diplomarbeit an der Universität für Bodenkultur, Wien, 154 S. - Abstract

Aigner B. (2007): Waldbauliche Analyse und Beschreibung von Kern- und Streuvorkommen einer Eibenpopulation am Mondsee, Diplomarbeit Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur, Wien. - Abstract

Dhar, A. (2008): Biodiversität von Eibenpopulationen (Taxus baccata L.) in Österreich, Dissertation Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur, Wien. - Abstract

Raschka M. (2009): Waldbauliche Analyse und Beschreibung von Taxus baccata L. in Buchenmischwäldern des Eiben-Generhaltungswaldes Losenstein in Oberösterreich, Diplomarbeit Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur, Wien. - Abstract

Groff, J. (2013): Jahrring- und Wachstumsanalyse von Taxus baccata L. im Generhaltungswald "Stiwollgraben", Steiermark. - Abstract

Publikationen und Poster

Oitzinger, G., Vacik, H. und Frank, G. (2004): Analyse der Überlebensfähigkeit eines Eibenbestandes. 10. internat. Eibentagung der Eibenfreunde, 28.-30. August 2003, BFW Mariabrunn, Wien

Dhar A., Ruprecht H., Klumpp R., Vacik H. (2006): Stand structure and natural regeneration of English yew (Taxus baccata L.) in Stiwollgraben, Austria. Dendrobiology , 56, 19-26; ISSN 1641-1307

Dhar, A. Ruprecht, H. Vacik, H. (2006): Population viability risk management (PVRM) for in-situ management of a Taxus baccata L. population in Austria. In: Society for Conservation Biology-European Section: 1st European Congress of Conservation Biology - Diversity for Europe, 22.08-26.08.2006, Eger, Hungary, 106

Dhar A., Ruprecht H., Klumpp R., Vacik H. (2007): Population structure, vitality and genetics of Taxus baccata l. at "Stiwoll" valley in Austria. EcoSummit 2007 - Ecological Complexity and Sustainability: Challenges and Opportunities for 21st-Century's Ecology, 22.05-27.05.2007, Beijing [Poster]

Dhar A., Ruprecht H., Klumpp R., Vacik H. (2007): Ecological condition and conservation status of Taxus baccata L. in an Austrian gene conservation forest. In: Society for Conservation Biology [Eds.], One World, One Conservation One Partnership, Electronic PDF Abstracts, 21st Annual meeting Society for Conservation Biology, 01.07-05.07.2007, Port Elizabeth

Klumpp R. and Dhar, A. (2007): On the genetic variation of English yew (Taxus baccata L.) throughout the Eastern Alps (Untersuchungen zur genetischen Variation der Eibe (Taxus baccata L.) im Ostalpenraum) . 27. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung, 10–13 October 2007, Wien

Dhar, A., Ruprecht, H., Klumpp, R., Vacik, H. (2007): Comparison of ecological condition and conservation status of English yew population in two Austrian gene conservation forests. Journal of Forestry Research, 18 (3), 181-186. - fulltext

Dhar A., Ruprecht H. Vacik H. (2008): Population viability risk management (PVRM) for in situ management of endangered tree species – a case study on a Taxus baccata L. population. Forest Ecology and Management, 255(7), 2835-2845. - fulltext

Dhar A., Ruprecht H., Klumpp R., Vacik H. (2008): On the structures and genetics of an Austrian relict population of English yew (Taxus baccata L.) . In: University of Cambridge (Eds.), 30p., Student Conference for Conservation Science, 9th Student Conference for Conservation Science, 25-27 March 2008, University of Cambridge, Cambridge, UK

Dhar A., Ruprecht H., Klumpp R., Vacik H. (2008): The Population Genetic Consequences for Conservation of an Endangered Taxus baccata L. population in Austria . IUFRO Conference on Biodiversity in Forest Ecosystems and Landscapes , August 5-8, 2008, Thompson Rivers University, Kamloops, British Columbia, Canada [Poster]

Klumpp R., Dhar A., Aigner B., Ruprecht H., Vacik H. (2008): Genetics and Population structure on an English yew gene conservation forest at foothills of the Eastern Alpine Mountains. In: Society for Conservation Biology [Eds.], From the Mountain to Sea, Electronic PDF Abstracts, 22nd Annual meeting, Society for Conservation Biology, 13th to 17th July 2008, The University of Tennessee at Chattanooga, USA

Ruprecht H., Dhar A., Aigner B. Oitzinger G., Klumpp R. Vacik H. (2010): Structural diversity of English yew (Taxus baccata L.) populations. European Journal of Forest Research 129: 189–198. - fulltext

Klumpp, R; Dhar, A (2011): Genetic variation of Taxus baccata L. populations in the Eastern Alps and its implications for conservation management. Scandinavian Journal of Forest Research 2011; 26(4): 294-304.- fulltext

Dhar A., Vacik H., Ruprecht H., Klumpp R. (2012): Population Dynamics of Endangered English Yew (Taxus Baccata L.): Implications for Conservation and Managament. In: Lucas-Borja M. E. (Ed.), Endangered Species - Habitat, Protection and Ecological Significance (Animal Science, Issues and Professions), 1-16; Nova Science Publishers, Inc., New York; ISBN 978-1-62257-532-9.

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